Umso wichtiger bleibt die weitere Aufarbeitung des Falls NSU. Die Untersuchung der Kugeln in Halits Körper ergeben: Die Mordwaffe ist bekannt.Es handelt sich um eine Ceska, mit der seit 2000 bereits acht andere Menschen erschossen wurden.

Die Kasseler Mordkommission „Café“ geht davon aus, dass Halit Yozgat am Donnerstag, 6.
wegen gefährlicher Körperverletzung. Als Erkennungszeichen untereinander werden Anstecker, Aufnäher und Symbole verwendet, die auf den ersten Blick unverdächtig sind, wie beispielsweise die schwarze Sonne, der Thorshammer oder die Lebensrune. Die bisherigen Erkenntnisse im Fall Yozgat weisen aber darauf hin, dass vor allem mangelnde Kooperation und unterschiedliche Behördeninteressen schuld daran waren, dass die Täter nicht gestoppt wurden. Doch auch wenn die Szene sich neu organisiert – die alten Netzwerke sind längst nicht zerschlagen oder ohne Bedeutung, warnt Rechtsextremismus-Experte von Horn.

Die vier Experten, darunter Juristen und ehemalige Politiker, loben einerseits die neue Arbeits- und Fehlerkultur beim LfV und den besseren Informationsaustausch zwischen den Sicherheitsdiensten. Auch bei rechtsextremen Montagskundgebungen in der Kasseler Innenstadt rund um Vertreter der sogenannten Reichsbürger wird er gesehen – sie kopieren das Schema der Hartz IV-kritischen, bundesweiten Montagsdemos für ihre Zwecke. Knapp 2000 Menschen trauern um Halit Yozgat. Das erwähnte „Oidoxie“-Konzert in Kassel fand im Clubhaus der Rockergruppierung „Bandidos“ statt, nicht weit vom späteren Tatort entfernt. Indizien dafür gibt es.Das Landgericht Erfurt verhängte in dem Prozess für Straftaten von Körperverletzung bis versuchten Totschlag bis zu neuneinhalb Jahre Haft.Begegnung mit Beate Zschäpe? Die neuen Funktionäre stammen aus dem nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis. Als er im Januar 2015 im NSU-Prozess in München aussagt, bestreitet er jegliche NSU-Kontakte. Die Beamten sollen ein neues Leitbild bekommen, das auch die gesellschaftliche Vielfalt berücksichtige, sagt er.

Er will ihm helfen, ihn an der Kasse ablösen, damit der Sohn zum Unterricht in der Abendschule gehen kann. Wegen mehrfacher Körperverletzung. Und es war der erste Mord dieser Serie, bei dem ein Tatverdächtiger festgenommen wurde: der nordhessische Verfassungsschützer Andreas Temme. Wie konnten die Täter so lange unerkannt bleiben? Handelte der NSU auf eigene Faust? Ein anderer spricht von Knallgeräuschen – “etwa wie ein Luftballon explodiert“. Weshalb das Trio so lange unerkannt bleiben konnte. Kaum. F., heute 30, sagt: „Ich hab mich durch meine Tochter sehr verändert. Prompt tauchte die Frage auf: Wussten die beiden Polizisten am Ende etwas über den NSU?Ein Jahr später sind die Berührungspunkte der beiden Beamten ins „Blood & Honour“-Umfeld zwar noch nicht endgültig geklärt. Es folgten Steine im Schaufenster, Hundekot im Briefkasten. Mitten am Tag. Als Ansprechpartner für die „Jail Crew“ wird Bernd Tödter genannt. Sie habe nicht ausgesehen wie ein „typisches Naziweib“. Mal dulden sie führende Köpfe der rechtsextremen NPD in ihren Reihen – die Bandidos zum Beispiel den bayrischen NPD-Funktionär Sascha Roßmüller oder die Hells Angels den früheren NPD-Landesvorsitzenden Schleswig-Holsteins Peter Borchert, der sogar Vize-Präsident des inzwischen verbotenen Charters Neumünster war. 2015 wurde Tschentscher vorzeitig aus der Haft entlassen. Ismail Yozgat schaut sich um. Gleichwohl pflegen sie die alten Verbindungen und Netzwerke. Dennoch führten sie bisher nur „punktuell“ zu engeren Verknüpfungen beider Szenen: „Es ist keine Entwicklung im Gange, zu der man sagen könnte, hier bewegen sich zwei Kulturen aufeinander zu, und das bekommt eine neue Brisanz.“ Während die rechtsextreme Szene vor allem politisch geprägt sei, stünde im Fokus der Rockerszene vor allem das Geschäftemachen, oft im Rotlichtmilieu.Dennoch: Die ähnlichen Wertvorstellungen, wie Hafeneger sie beschreibt, sind Basis für Wechsel von der einen Szene in die andere, insbesondere Wechsel von Rechtsexextremen ins Rockermilieu.
Weitere Reformvorhaben: für Informanten des Verfassungsschutzes, die sogenannten V-Leute, sollen in Zukunft klare Kriterien gelten.

Schnell stand Kagida im Ruf, nicht nur besorgte Bürger, sondern auch Rechtsextremisten anzuziehen. Erinnerungslücke?