Seine TV-Dokumentationen wurden mehrfach ausgezeichnet.
Nicht von ihrer Kindheit als Deutsche in Jugoslawien, nicht von der Flucht, nicht vom Ankommen in Deutschland. Journalist reiste mit seiner Mutter ins Banat. Etwas widerstrebend habe sich die Mutter darauf eingelassen, gemeinsam mit Wunn ihre damalige Fluchtroute nachzureisen - bis an den Geburtsort: Setschan im serbischen Teil des Banat. Zwei Jahre lang würde sie hier bleiben, hier in die erste Klasse gehen, Freundschaften schließen und sich zum ersten Mal irgendwo bewusst zu Hause fühlen.“Meine Großmutter Rosl Loch mit ihren beiden Kindern, meiner Mutter Rosemarie und meinem Onkel Kurt in einem bayrischen Flüchtlingslager.„Meine Großmutter Rosl war damals eine junge Frau Ende zwanzig – und sie war bereits Witwe. Nach dem Krieg floh die Mutter von TV-Moderator Andreas Wunn als donauschwäbisches Kind von Jugoslawien nach Deutschland. Für beide Sendungen steht er auch als Moderator vor der Kamera. »Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass meine Eltern hier gelebt haben. Vielleicht würde es mich zu sehr bewegen.«“Meine Mutter am Gedenkstein für das ehemalige Flüchtlingslager in Allach bei München.„»Ich bin etwas enttäuscht«, sagt meine Mutter und meint den Gedenkstein.»Warum?«, frage ich. Entstanden ist ein gewaltiger, essayistischer Bericht.In den abgedruckten Vorträgen erzählt die Publizistin Masha Gessen die Biografien von 58 Migranten, um ihnen so ihr Menschsein zurückzugeben. Ich sehe es auch von Nahem, Wind weht durch das Feld. Zuvor war er sechs Jahre lang Südamerika-Korrespondent des Senders und leitete das ZDF-Studio in Rio de Janeiro. «“Schwarz-weiß-Bild von meinem Großvater in der Apotheke.„Nach seinem Studium der Pharmazie und seinem Wehrdienst bei der jugoslawischen Armee hatte sich mein Großvater in Setschan niedergelassen, geheiratet und in der Apotheke gearbeitet. Und irgendwo darin stelle ich mir meine schlafende Mutter vor und den Hund und die Grenzsoldaten. Ein 91-jähriger Salzburger wurde am Freitag am Landesgericht verurteilt. Wie eine Kulisse aus einem Kriegsfilm steht es da am Straßenrand in der gleißenden Sonne.“Meine Mutter vor verlassener Fabrikhalle in Zrenjanin, Serbien.Meine Mutter vor dem Haus in Hauenstein (Pfalz), in dem sie ab 1950 aufgewachsen ist.„Endlich stehen wir vor dem Haus in Hauenstein, in dem sie aufgewachsen ist. Er hatte im August 2019 im Stadtteil Gneis mit dem Auto aufgrund eines Fahrfehlers infolge krankheitsbedingt erheblich eingeschränkter Fahrtauglichkeit ein vierjähriges Mädchen überrollt. Und die, die hier wohnen, gehen wahrscheinlich einfach an ihm vorbei.«“Meine Mutter, mein Bruder und ich im Garten ihres Geburtshauses in Setschan, Serbien.„»Ich danke euch für diese Reise«, sagt meine Mutter und umarmt mich. »Ihr müsst mir nie wieder etwas schenken. Auf den späteren Fotos, jenen aus der Zeit nach der Flucht, ist das Glück aus ihrem Gesicht entwichen – und es sollte zeit ihres Lebens nicht wiederkommen.“„Eines der wenigen Fotos, die meine Mutter aus ihrer Zeit in Hohenfurch hat, ist ein Gruppenbild auf der Treppe des Gasthofes. Vielleicht war das ein Fehler. "Dennoch sei es der Mutter bei vielen Dingen nicht möglich gewesen, sich zu öffnen. "Ich glaube aber, dass das ganz typisch ist für diese Kriegsgeneration, diese Kriegskinder. Manchen gelang die Flucht – was keineswegs bedeutete, dass der Neuanfang in der Bundesrepublik reibungslos vonstatten ging.Andreas Wunn, geboren 1975, ist beim ZDF Redaktionschef des „Morgenmagazins“ und des „Mittagsmagazins“. Es zeigt 15 Erwachsene und zwei Kinder. Juli 1948 (so steht es auf dem Zettel meiner Großmutter) nach Hohenfurch, mehr als drei Jahre, nachdem sie aus ihrem Dorf Setschan in Jugoslawien fliehen musste. "Sie war zwar froh, diese Reise gemacht zu haben, aber sie hat sich auch nicht richtig darauf eingelassen, weil sie immer noch Abstand braucht zu dem, was passiert ist, und sich, glaube ich, manchmal auch nicht erinnern wollte oder die Gefühle nicht zulassen wollte", so Wunn.